Frühchenkleidung

Im Grunde unterscheidet sich die Erstlingsausstattung von Frühgeborenen nicht von der Ausstattung von reif geborenen Säuglingen. Allerdings sollte die Größe angepasst sein: Normales Babykleidungssortiment fängt bei Größe 50 an, für Frühgeborene gibt es in Spezialgeschäften Kleidung in den kleinen Größen 38 und 44 zu kaufen.

Wichtig ist auch, dass für die optimale Körpertemperatur des Babys gesorgt wird, denn gerade Frühchen tun sich noch schwerer mit der selbständigen Regulation ihrer Temperatur. Für die Entwicklung des Babys ist die optimale Körpertemperatur sehr wichtig. Da empfiehlt sich das Zwiebelprinzip, so kann das Baby nach Bedarf weiter eingehüllt oder ausgezogen werden. Zusätzlich empfiehlt es sich besonders in der ersten Zeit nach der Entlassung das Baby gut mit Mütze und Decke einzuhüllen, damit sich das Baby an den schützenden Bauch der Mutter erinnert fühlt.

Entspannter Babyschlaf

Das Frühgeborene muss sich zu Hause auch auf die neue Schlafumgebung einstellen. Das kann mitunter eine wahre Herausforderung werden. Die Geräusche und das Licht aus dem Krankenhaus sind auf einmal verschwunden. Es ist daher nicht unüblich, dass das Baby in den ersten Nächten zu Hause unruhig ist und oft aufwacht. Dabei ist der Schlaf ganz wesentlich für die gesunde Entwicklung des Babys, denn das Gehirn verarbeitet in der Nacht alle Informationen, die das Kind am Tag aufgenommen hat.

Wichtig für einen guten Schlaf des Babys ist – wie für alle Babys – ein angenehmes Raumklima. Die Raumtemperatur sollte 18°C betragen und es sollte nicht zu stark geheizt sein, besser ist es das Baby wärmer anzuziehen. Die Luftfeuchtigkeit sollte 50 bis 65 Prozent betragen. Das Bettchen sollte nicht direkt neben dem Fenster oder der Heizung stehen.

Tipps für einen guten Schlaf:

  • Rückenlage (statt Bauchlage)
  • Schlafsack (statt Decke und Kopfkissen)
  • eine mittelharte, luftdurchlässige Matratze
  • keine Überhitzung
  • eine rauchfreie Umgebung

Babypflege

Im Grunde gilt für die Pflege des Frühchens dasselbe wie für die Pflege reifgeborener Babys. Die wichtigsten Tipps zeigt das Pflegepersonal der neonatologischen Station des Krankenhauses oder die Nachsorge-Hebamme. Generell gilt: „Weniger ist mehr!“ Wichtig ist auch, dass die Haut des Babys sauber und trocken ist. Viele von den unzähligen Mittelchen, die heute am Markt angeboten werden, sind verzichtbar. Um Allergien zu vermeiden, sollte bei der Auswahl der Babyprodukte auf natürliche Inhaltsstoffe geachtet werden. Beim Baden sind keine Zusätze nötig, warmes Wasser (Badewassertemperatur 37 °C) reicht am Anfang sicher aus. Nach dem Baden braucht die empfindliche Babyhaut kaum Pflegemittel – ein wenig Wundschutzcreme auf Babys Popo gibt der Haut Schutz. Ist die Haut trocken, so tut Babyöl oder eine milde Salbe aus der Apotheke dem Baby gut.

Das Baby sollte anfangs recht oft, 7- bis 8-mal am Tag, gewickelt werden, um Hautreizungen des empfindlichen Windelbereichs zu vermeiden. Zum Säubern eignet sich Öl, warmes Wasser und Einmalwaschlappen besser als fertige Öl- und Feuchttücher. Damit das Frühchen nicht auskühlt, sollte am Anfang noch recht flott gewickelt werden. Später kann man das Windeln Wechseln auch ausdehnen und mit einer Babymassage oder kleinen körperlichen Übungen ergänzen.

Ernährung

Gerade bei Frühchen spielt die Ernährung eine besondere Rolle, schließlich soll das geringe Geburtsgewicht aufgeholt werden. Der Kinderarzt wird die Entwicklung des Babys anhand statistisch gemittelter Kurven beurteilen. Auch das Immunsystem des Babys ist aufgrund der zu frühen Geburt noch nicht ausgereift. Zum Aufbau der Immunabwehr ist Muttermilch durch nichts zu ersetzen. Manchmal wird in der Frühchenstation die abgepumpte Muttermilch sogar durch Nahrungsergänzung angereichert. Bei extremen Frühchen wird die Muttermilch auf Bakterien untersucht, die von der Haut auf die Milch übergehen können und für Frühgeborene mitunter gefährlich sind.
In der Klinik wird das Frühchen täglich gewogen, damit wird überprüft, ob es genug zunimmt. Zu Hause ist das tägliche Wiegen nicht mehr nötig, jedoch sollte das Baby regelmäßig vom Kinderarzt oder der Hebamme gewogen werden. Wichtig ist darauf zu achten, ob das Baby signalisiert, dass es satt und zufrieden ist.

Muttermilch ist ideal für Frühchen

Wegen der Unreife des Magen-Darm-Traktes ist Muttermilch die ideale Nahrung für Frühchen. Allerdings kann es gerade bei Frühgeborenen zu Problemen kommen. Je nach Schwangerschaftswoche sind Frühchen zu schwach, um direkt von der Brust zu trinken. Frühestens ab der 28. Schwangerschaftswoche kann das Baby Milchtropfen von der Brustwarze lecken und frühestens in der 32. bis 34. Schwangerschaftswoche kann das Baby das Saugen lernen und selbständig trinken. Es kann auch passieren, dass das Baby durch das Saugen schnell müde wird und einschläft. Das Baby sollte auch häufig genug angelegt werden, damit es genügend Nahrung zu sich nimmt – selbstverständlich auch in der Nacht. Man kann mit rund 8 bis 14 Stillmahlzeiten in 24 Stunden rechnen. Eine Stillberaterin oder Hebamme kann das richtige Anlegen zeigen und unterstützt bei Stillschwierigkeiten.

Moderne Spezialnahrung ist eine gute Alternative

Frühgeborene, die nicht gestillt werden können, werden über eine Magensonde mit abgepumpter Muttermilch ernährt. Ist Stillen und Abpumpen nicht möglich, wird das Baby mit moderner Spezialnahrung versorgt, anfangs durch die Magensonde, später über die Flasche. Es gibt verschiedene Säuglingsmilchprodukte, die den Bedürfnissen von Frühchen sehr gut entsprechen und sie mit allem versorgen, was sie brauchen und zu einer angemessenen Gewichtszunahme beitragen. Dabei kommt die so genannte „Pre-Nahrung“ der Beschaffenheit der Muttermilch am nächsten. Es gibt auch Pre-Nahrung, die hypoallergen ist (HA Nahrung) und so spätere Allergien beim Baby vorbeugen kann.

Erste Beikost

Mit Beikost kann wie bei termingerecht Geborenen mit 6 Monaten begonnen werden, gezählt vom errechneten Geburtstermin. Der Nahrungsaufbau sollte dabei wie bei Reifgeborenen erfolgen, in dem eine Milchmahlzeit nach der anderen durch Brei ergänzt und später ersetzt wird. Zu Beginn eignen sich einfache Gemüsebreie, etwa aus Karotten oder Pastinaken, die nach und nach durch weitere Nahrungsmittel ergänzt werden. So kann man eventuelle Allergien rasch erkennen und das verdächtige Nahrungsmittel in Zukunft meiden.